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Das 1×1 der optischen Begriffe leicht erklärt

Wörterbuch zur Augenkunde!

Rechtsichtigkeit – “Emmetropie”

Man sieht auf jegliche Distanzen ohne Sehhilfe (Korrekturbrille, Kontaktlinsen) gut.

Kurzsichtigkeit – “Myopie”

Man sieht gut in die Nähe, aber unscharf in die Ferne.

Weitsichtigkeit – “Hyperopie”

Auch Übersichtigkeit genannt. Man sieht auf alle Distanzen gut, aber hierfür müssen sich die Augen sehr anstrengen. Zwischendistanzen sind dabei sehr schwierig, z.B. der Blick auf die Schultafel bei Schülern. Diese Korrektur kann oft auch Kopfschmerzen durch die Anstrengung verursachen, wird aber weniger wahrgenommen als die Myopie.

Alterssichtigkeit – “Prespyopie”

Mit dem Alter versteift sich unsere Linse. Ab ca. 45 Jahren brauchen unsere Augen daher Unterstützung in die Nähe, beim Lesen.

Hornhautverkrümmung – “Astigmatismus”

Die Oberfläche des Auges ist bei einer Zylinderkorrektur nicht mehr Rund wie eine Kugel, sondern hat eine Ellipsenform, ähnlich einem Football. So wird alles verzogen wargenommen, in jede Distanz. Unser Hirn kann dies bis zu einm gewissen Grad auskorrigieren, was aber grosse Anstrengung verursachen kann.

Augapfel – “Bulbus oculi”

Bezeichnet das ganze Auge an sich.

Augenlied – “Palpebrae”

Schützt das Auge vor äusseren Einflüssen wie Staub und Wind. Durch Blinzeln wird die Tränenflüssigkeit auf dem Auge verteilt.

Bindehaut – “Conjunctiva”

Bezeichnet den weissen Teil des Auges. Sie sorgt dafür, dass kein Schmutz oder keine Krankheitserreger hinter das Auge gelangen.
Bei einer Bindehautentzündung (Conjunctivitis) ist das Auge gerötet, ebenso die Augenlieder und wird von Juckreiz begleitet.

Hornhaut – “Cornea”

Sie schliesst das Auge gegen aussen ab. Sie bedeckt den farbigen Bereich des Auges (Iris).

Regenbogenhaut – “Iris”

Beschreibt den farbigen Bereich des Auges. Sie reguliert die Menge des Lichtes, welches in die Augen gelangt.

Augenlinse – “Lens cristallina”

Ist zuständig für die eigentliche Scharfsicht. Die eintreffenden Lichtstrahlen werden so abgelenkt, dass scharfe Bilder möglich werden.

Scharfstellung – “Akkommodation”

Damit wir ein scharfes Bild erkennen, wird die Form der Linse verändert, also angepasst oder scharf gestellt. Vergleichbar, zur einfacheren Vorstellung, mit dem Autofokus einer Photokamera.

Netzhaut – “Retina”

Auf ihr wird das Licht aufgefangen und als Nervenimpuls an unser Gehirn weitergeleitet, so dass wir sehen.

Gelber Fleck – “Fovea centralis”

Auch Netzhautgrube genannt. Betitelt den Bereich des besten Sehens.

Blinder Fleck – “Papille”

Beschreibt den Bereich der Netzhaut, wo der Sehnerv das Auge verlässt. In diesem Bereich können wir nichts sehen.

Korrekturwert – “Spähre”

Gibt Auskunft über den Wert der Korrektur die wir benötigen, damit wir scharf sehen. Sie wird in Dioptrien angegeben!

Korrekturangabe – “Cylinder”

Gibt die benötigte Stärke der Hornhautverkrümmung an. Es werden sog. torische Korrekturgläser oder Kontaktlinsen benötigt.

Korrekturangabe – “Achse”

Gibt die zu korrigierende Richtung der Hornhautverkrümmung an.

Astenopische Beschwerden

Bezeichnet Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, gerötete Augen, tränende Augen. Können bei Hyperopie ausgelöst werden.

Frühgeborenen-Retinopathie

Die Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM) ist per Definition eine Netzhautschädigung bei Frühgeborenen

Ursache ist eine gestörte Blutgefässentwicklung der Netzhaut (Retina) aufgrund einer Frühgeburt. Besonders gefährdet sind Babys, die vor der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm aufweisen oder länger als 3 Tage künstlich beatmet wurden.

Eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickelt sich mit einer Häufigkeit von 5 bis 30 Prozent bei Frühgeborenen.

Dank heutiger Vorsorgeuntersuchungen und Therapiemöglichkeiten können Ärzte die Frühgeborenen-Retinopathie jedoch in den meisten Fällen rechtzeitig erkennen und behandeln. In den meisten Fällen bilden sich die Symptome nach einiger Zeit spontan zurück. Die RPM kann jedoch auch bis zur Erblindung führen…

Die Ärztliche Diagnose ist wichtig:
Dazu tropft der Augenarzt dem Baby spezielle Augentropfen in die Augen, welche die Pupille erweitern, und dunkelt den Untersuchungsraum ab. Anschliessend verabreicht der Augenarzt örtlich betäubende Augentropfen und bringt eine Lidsperre oder einen Lidhaken an, um das Auge geöffnet zu halten. Dies ist für das Kind aufgrund der betäubenden Augentropfen schmerzfrei, eventuell etwas unangenehm. Die eigentliche Frühgeborenen-Retinopathie-Diagnose erfolgt über eine sogenannte Augenspiegelung (Ophtalmoskopie), durch die der Arzt auf die Netzhaut des kindlichen Auges schauen kann.

Wie kann man vorbeugen:
Seit 1999 kann man schweren Komplikationen einer Frühgeborenen Retinopathie mit einem augenärztlichen Screening vorbeugen. Dieses Screening wird bei allen Frühgeborenen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 g zur Welt kommen sind sowie bei Frühchen, die länger als 3 Tage beatmet wurden, durchgeführt. Mit ihr lässt sich eine Frühgeborenen-Retinopathie frühzeitig erkennen und dann entsprechend behandeln. Ausserdem überwachen die Ärzte und Geburtshelfer bei Risiko-Frühgeborenen den Sauerstoffgehalt während der Beatmung eingehend.